Lacke & Farben aktuell

Innovationen auf der Automechanika

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Galleria 1/Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Petra Welzel / Automechanika Workshop A
Galleria 1/Messe Frankfurt Exhibition GmbH/ Petra Welzel / Automechanika Workshop A

Die Aussteller auf der Automechanika präsentieren spannende Innovationen, die Fahrzeuglackierbetrieben glänzende Perspektiven eröffnen können.

In Fahrzeugreparatur- und Lackierbetrieben zählt vor allem eins: die Zeit. Um einen Schaden an der Karosserie rentabel reparieren und perfekt lackieren zu können, müssen alle Arbeitsschritte, vom Schleifen bis zum Lackiervorgang selbst, exakt aufeinander abgestimmt sein. In Messe-Halle 11 auf der Automechanika, wo es um Lackierung und Werkstattausrüstung ging, kann man deutlich spüren und hören, dass die Hersteller von Zubehör und Werkzeugen mit der Entwicklung ihrer Produkte vor allem eines im Sinn haben: die einzelnen Arbeitsschritte der Lackierprofis so effizient, schnell und sauber wie nur möglich zu gestalten.
Dabei sind es weniger die Big Player, die mit spannenden Ideen aufwarten, sondern vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die in enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden Produkte und Lösungen entwickeln, die in manchen Fällen einen echten Fortschritt darstellen.

Ausmischen automatisieren

Ein technisches Highlight für den Lackierbetrieb ist sicher eine Entwicklung für die automatisierte Farbtonmischung von Reparaturlacken eines französischen Herstellers. Das Gerät sieht von vorne aus wie eine Waschmaschinentrommel, die auf einem Tisch angebracht ist, so dass sich das Fenster der Trommel etwa auf Augenhöhe befindet. Im Innern ist eine Waage mit einem Becher angebracht, um den bis zu 160 kleine Lackgebinde mit einem Fassungsvermögen von jeweils 0,5 Litern kreisen können.

Genauer arbeiten

Um die Bedeutung zu verstehen , die diese Erfindung für den Arbeitsalltag in einem Lackierbetrieb hat, muss man wissen, welche Faktoren bei einer Reparaturlackierung entscheidend sind. Diese ist dann gelungen, wenn der Lackierer es geschafft hat, den Originalfarbton des Fahrzeugs so genau zu treffen, dass die reparierte Stelle wieder „unsichtbar“ ist. Bislang muss der Lackierer mit Hilfe von Farbtonmessgeräten und Rezepturen der Fahrzeughersteller den Farbton bestimmen und dann die verschiedenen Farbtöne nach einer vorgegebenen Rezeptur von Hand auswiegen. Hier kommt es auf große Sorgfalt und Genauigkeit an. Denn schon ein Tropfen einer bestimmten Farbkomponente zu viel kann den geforderten Farbton so verändern, dass er nicht mehr passt.

Zeit und Wege sparen

Das so genannte „Daisy Wheel“ ist in der Lage, diesen Vorgang zu automatisieren und nach Aussagen des Herstellers gleichzeitig eine höhere Farbtongenauigkeit zu gewährleisten. Auch bei dieser Entwicklung war Effizienz die entscheidende Motivation. Der Lackierer gibt auf einem Rechner, der über eine Schnittstelle mit dem Dosierrad verbunden ist, die gewünschte Rezeptur für den Farbton ein. Das punktgenaue Mischen des Lacks erledigt die Maschine. Statt sich also mit dem Ausmischen des Farbtons zu beschäftigen, kann der Lackierer die Zeit jetzt für andere Tätigkeiten nutzen, beispielsweise um die Karosserie für die Lackierung vorzubereiten. Neben der Zeitersparnis und der höheren Farbtongenauigkeit verspricht der Hersteller auch weniger Lackverbrauch durch eine exaktere Mischung. Denn wenn ein Lackierer beim Abwiegen von Hand von einer Lackkomponente zu viel einfüllt, muss er im entsprechenden Verhältnis von den anderen Komponenten nachfüllen. Das führt häufig dazu, dass mehr Lack angemischt wird als eigentlich gebraucht wird. Eine Verschwendung von Ressourcen. Die Farbenmischmaschine macht damit Schluss. Die kompakte Maschine nimmt auch weniger Platz ein als die herkömmlichen Mischregale, zudem entfallen die mehrfachen Wege, die der Lackierer zwischen Regal und Waage hinter sich bringen muss. Eine nachhaltige und effiziente Lösung für den Arbeitsalltag.

Nachhaltiger lackieren mit Stickstoff

Wenige Messe-Stände weiter: Manche Dinge sind erstaunlich einfach und haben doch eine revolutionäre Wirkung, wie beispielsweise das Konzept Nitrotherm eines deutschen Herstellers. Bislang wird in herkömmlichen Lackierkabinen der Lack mittels Spritzpistolen aufgebracht, die mit Hilfe von Druckluft den Lack auf die Karosserie sprühen. Diese Druckluft setzt sich aus den Bestandteilen zusammen, die auch in der normalen Umgebungsluft enthalten sind. Das Konzept, das auf der Automechanika mit dem „Innovation Award“ ausgezeichnet wurde, basiert auf der Verwendung von nahezu reinem Stickstoff statt Atemluft. Die Effekte für den Lackiervorgang sind erstaunlich: der Lackverbrauch sinkt, gleichzeitig steigt die Qualität der Lackierung. Woran liegt das? Die Bestandteile in der normalen Luft, wie beispielsweise Edelgase, Feuchtigkeit oder kleinste Festkörperpartikel, können das Lackierergebnis negativ beeinflussen. Diese Effekte werden bei der Verwendung von Stickstoff vermieden. Durch die zusätzliche Ionisierung und Erwärmung des Stickstoffs wird der Lack geradezu vom Karosserieteil angezogen, so dass außerdem weniger Overspray anfällt, Lack, der verschwendet ist, weil er nicht auf der zu lackierenden Oberfläche landet.

Schneller, sicherer und sauberer

Bei der effizienteren Gestaltung der Arbeitsabläufe können auch schon ganz kleine Schritte hilfreich sein. Dies kann schon bei der Auswahl des richtigen Schleifpapiers beginnen. Wer selbst schon einmal ein Schleifgerät in der Hand hatte, weiß, dass oft mehrere Versuche notwendig sind, um ein Schleifpad schließlich passgenau auf dem Schleifteller anzubringen, zumal wenn das Gerät gleichzeitig mit einer Staubabsaugung versehen sind und die Löcher im Schleifpad mit denen des Schleiftellers übereinstimmen müssen. Ein Hersteller hat die Lochung so angepasst, dass das Pad automatisch richtig sitzt, wenn eines der Löcher übereinandergelegt wird. Gleichzeitig wird durch eine innovative Anordnung der Absauglöcher eine größere Menge des Schleifstaubs abtransportiert als das bisher möglich war.

Kleine Schritte, große Wirkung

Nach einem Rundgang über die Automechanika bleibt festzustellen, dass in allen Bereichen, die für den Markt der Fahrzeugreparaturlackierung relevant sind, intensiv an Verbesserungen von Prozessen und Verfahren gearbeitet wird. Es zeigt sich, dass selbst kleinste Entwicklungsschritte und neue Ideen eine große Wirkung entfalten können. Zusammengenommen ergibt sich damit ein glänzendes Bild für einen Markt, in dem Effizienz und Schnelligkeit eine immer größere Rolle spielen.
 

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