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Neue Ideen in besonderen Zeiten

|   Branchenziel 1

Die Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmen der Lack- und Druckfarbenindustrie. Wir haben es zwar geschafft, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, aber vorbei ist die Bedrohung noch lange nicht. Einige Unternehmen waren innovativ, haben die Zeit genutzt, Abläufe überprüft und sich anders aufgestellt. Andere haben in diesen schwierigen Monaten auch geholfen, soziale Aufgaben übernommen und so die gesellschaftliche Bedeutung der Branche aufgezeigt. Unsere nicht abschließende Sammung zeigt einen ersten Überblick über die Farbenbranche inmitten der Krise.

BASF Coatings

Krise bedeutet auch immer Chance: Die Kommunikation des Unternehmensbereichs Coatings von BASF hat gleich im März 2020 die Notwendigkeit gesehen, ihre rund 2.500 Mitarbeiter am Hauptstandort Münster zu Anfang der Pandemie effektiver erreichen zu können. "Grade mit vielen Mitarbeitern in Homeoffice und Kurzarbeit wollten wir unser Kommunikationsangebot um einen Kanal erweitern, der Mitarbeiter schnell und unkompliziert auf dem privatem Smartphone erreicht", berichtet Projektleiterin Ellen Kruhöfer. "Da kam uns das Angebot der Firma COYA, ein Spezialist für Social Intranet-Anwendungen, zur Nutzung ihrer App-Lösung gerade recht." 

In enger Zusammenarbeit stand die App bereits Ende März zur Verfügung. Innerhalb weniger Tage wurde die App gebrandet, Zugänge eingerichtet und eine Auftaktkommunikation erarbeitet. Mittlerweile können Kollegen der Standorte Münster und Würzburg darauf zugreifen und knapp 1.300 von ihnen haben sich die App bereits heruntergeladen.

Das Konzept: Ein achtköpfiges Team aus den Bereichen Kommunikation und Human Resources erstellt die Beiträge, über die die Mitarbeiter dann per Push-Nachricht auf dem Handy informiert werden. Zunächst waren dies Informationen über Entwicklungen und Regelungen am Standort, mittlerweile aber finden sich hier auch Beiträge zu Geschäftsentwicklungen und Videobotschaften des Managements oder des Betriebsrats. "Das Feedback unserer Mitarbeiter ist super - und wir freuen uns, wenn wir über Kommentare und Likes mehr mit den Kollegen interagieren und entsprechend unsere Themen steuern können", so Kruhöfer. "Eine Mitarbeiter-App stand schon länger auf unserer Wunschliste, Corona hat dann die nötige Dringlichkeit gebracht."

Innerhalb dieses Jahres wird geprüft, ob weitere, internationale Standorte in die App migriert werden können und so auch ein Best Practice in globaler Hinsicht geschaffen werden kann.


HOFFMANN MINERAL GmbH

Das Familienunternehmen HOFFMANN MINERAL wurde von Covid-19 genauso überrascht, wie alle anderen Wirtschaftsbetriebe und die Bevölkerung. Aus der Not wurde schnell eine Chance: Als Desinfektionsmittel für den internen Gebrauch nicht zu beschaffen waren, hatten die Labormitarbeiter des zur Unternehmensgruppe Hoffmann gehörenden Autopflegemittelherstellers SONAX eine blendende Idee - sie entwickelten eine Mischung für ein Desinfektionsmittel, füllten es in Triggerflaschen und stellten Tücher her. Die Roh- und Verpackungsstoffe, die hierfür notwendig sind, waren ja vorrätig. 

Was zunächst nur für Mitarbeiter der Unternehmens gedacht war, brachte den Vertrieb von SONAX zum Entschluss, diese Produkte auch ihren Kunden anzubieten. Innerhalb der ersten Märzwoche konnte erst für Bayern, dann für ganz Deutschland und Österreich eine Zulassung erreicht werden, und eine Entwicklung nahm Fahrt auf, die niemand vorhersehen konnte. Aufträge von medizinischen Einrichtungen, wie Kliniken, Arztpraxen und Apotheken, gab man von Anfang an Vorrang, wenn die Auftragsgröße mindestens eine Palette entsprach. Regional wurden viele Betriebe, Landkreise und Kommunen beliefert, später folgten dann auch deutschlandweite Lieferungen an Einrichtungen. Eine aus der Not geborene Idee hat so viel Positives bewirkt.


DAW SE

Schnell gehandelt hatte man auch bei DAW in Ober-Ramstadt: Um in der Corona-Krise zu helfen, haben sie an ihrem Standort Nerchau Teile der Produktion umgestellt und Flächendesinfektionsmittel hergestellt. Doch für eine aufwändige Umrüstung der Produktionsanlagen blieb keine Zeit, zumal auch die Rohstoffmärkte durch die Hilfe so vieler Unternehmen leergefegt waren. So wurde nur mit dem eigenen Lagerbestand geplant.

Mit der Aktion "Deutschland braucht gesunde Handwerker" versorgt das Unternehmen über die Marke Caparol seine Handwerkskunden mit dem selbst hergestellten Desinfektionsmittel. Darüber hinaus spendet die DAW an ihren deutschen Standorten das Flächendesinfektionsmittel an die Rathäuser und ihre Mitarbeiter sowie an die Feuerwehren der Landkreise. So freuten sich am Stammsitz des Unternehmens im südhessischen Ober-Ramstadt alle 78 Feuerwehren im Landkreis Darmstadt-Dieburg über die Spende.

Im Rahmen der Aktivitäten rund um das 125-jährige Firmenjubiläum der DAW in diesem Jahr startete auch eine Partnerschaft mit dem "Kinder- und Jugendwerk - Die Arche". Die Arche sollte 2020 eigentlich in form von Geldspenden, Unterstützung bei Renovierungsprojekten, einem Berufsinformationstag bei der DAW, verschiedenen Kindercamps sowie einer Weihnachtsgeschenke-Aktion untersützt werden. Die Corona-Pandemie hat leider alle Planungen der Zusammenarbeit auf spätere Zeitpunkte verschoben. Um in diesen herausfordernden Zeiten für alle karitativen Einrichtungen trotzdem schnell helfen zu können, spendet die DAW ebenfalls das Flächendesinfektionsmittel an alle 26 deutschen Arche-Standorte.


Epple Druckfarben AG

In Zeiten gesundheitlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen leistet Epple einen Beitrag zum sicheren Drucken: Eine innovative Produktlinie reduziert Bakterien und Viren mit einem exklusiven Nanosilber-Wirkstoffkomplex. Die antimikrobielle und antivirale Wirksamkeit des Wirkstoff ist wissenschaftlich nachgewiesen. Das Einsatzgebiet des Lacks erstreckt sich von Pharma- und Lebensmittelverpackungen, über Magazine, Spielkarten und andere Druckprodukte, die einen aktiven Oberflächenschutz benötigen. "Jede Branche muss ihre volle Innovationskraft dafür einsetzen, gegenwärtige und künftige Pandemien einzudämmen", erklärt Helmut Fröhlich, Product Line Manager Packaging bei Epple.

Die Produktlinie mit aktivem Virusschutz ist das Resultat von 18 Monaten Entwicklungsarbeit mit dem renommierten Nanoforschungsunternehmen RAS AG aus Regensburg sowie einer staatlichen Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des "Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand".

Das Element Silber wird von Menschen seit langem als effektives Mittel gegen Bakterien eingesetzt. In dem Entwicklungsprojekt konnte diese antimikrobielle Eigenschaft für Dispersionslacke nutzbar gemacht werden.


Wacker Chemie AG

In Krisenzeiten ist es von besonderer Bedeutung, auch die soziale Verantwortung, die Unternehmen gegenüber der Gesellschaft haben, wahrzunehmen. So hat WACKER zum Beispiel den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Bayern schnell und unbürokratisch 11.000 Liter Isopropanol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln gespendet.

Auch im Ausland hat WACKER mit Geld- und Sachspenden in der Krise geholfen - zum Beispiel in Indien. Hier hat Wacker Metroark Chemicals (WMC) im April mit einer Geldspende von insgesamt 15 Milionen Rupien (183.000 Euro) zwei Hilfsorganisationen bei der Eindämmung des Coronavirus auf dem Subkontinent unterstützt. Zudem stellte WMC eine Reihe von Sachspenden zur Verfügung. Mitarbeiter der Landesorganisation Wacker Chemicals India spendeten zudem jeweils ein Tagesgehalt an den Hilfsfonds des Premierministers.


MIPA SE

Dass insbesondere der Bedarf an Desinfektionsmitteln riesig ist, zeigte sich auch bei MIPA, die zahlreichen Anfragen von regionalen Unternehmen und Einrichtungen diesbezüglich erhielten. Doch die Knappheit der Rohstoffe stellte sich als größte Herausforderung dar. Auch andere Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken, Lackieroveralls oder Handschuhe, die von MIPA vertrieben werden, wurden dringend benötigt und konnten bereits in den Anfangszeiten der Krise an diverse regionale Hilfsorganisationen abgegeben werden.

Kurze Zeit darauf ergab sich eine Kooperation, durch die nun auch bei der Bewältigung des Engpasses von Desinfektionsmitteln geholfen werden konnte: Im Auftrag der bayrischen Staatsregierung füllte MIPA ab Anfang April wöchentlich mehrere hunderttausend Liter Desinfektionsmittel ab. "Als wir auf die Möglichkeit der Abfüllung von Desinfektionsmittel für die bayrische Staatsregierung angesprochen wurden, haben wir das in erster Linie als Katastrophenhilfe und nicht als neuen Geschäftszweig für uns gesehen", so Markus Fritzschke, Vorstandsvorsitzender der MIPA SE. 

Nachdem es gelungen war, die benötigten Rohstoffe zu beziehen, konnte MIPA dann auch Organisationen und Unternehmen aus der Region, die bei der Verteilung des Desinfektionsmittels durch den Staat nicht berücksichtigt werden konnten, mit dem eigens produzierten Hand- und Flächendesinfektionsmittel unterstützen. Mittlerweile wurden in der Gesamtheit bereits drei Milionen Liter an Desinfektionsmittel bei der MIPA-Gruppe gefertigt und abgefüllt. MIPA kann mit der Bereitstellung einerseits einen wichtigen Beitrag zu Sicherung der Verfügbarkeit der nun so dringend benötigten Ressourcen leisten. Zum anderen hat das zusätzliche Auftragsvolumen in der schwierigen und unsicheren Zeit geholfen, Arbeitsplätze in den Unternehmen zu sichern, wenngleich das Geschäft mit Desinfektionsmittel nicht dauerhaft im Produktsortiment der MIPA-gruppe verbleiben wird.


Adler-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG

Im Kampf gegen die Verbreitung des Corona-Virus sind Desinfektionsmittel unverzichtbar. Doch Desinfektionsmittel wurden schnell knapp. Daher hat sich die Lackfabrik ADLER kurzerhand entschlossen, selbst Hand- und Flächendesinfektionsmittel zu produzieren - innerhalb von nur vier Wochen (vom entschluss bis zur Abfüllung der ersten Produktionscharge) wurde die Produktion von Desinfektionsmittel in die Produktionsabläufe implementiert.

Seit mehreren Wochen wird jetzt schon auf Basis der Rezeptur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei ADLER Desinfektionsmittel hergestellt. Mehrere hundert Tonnen wurden bereits abgefüllt und ausgeliefert. Zwei Tonnen spendet ADLER an Altersheime und soziale Einrichtungen im Raum Schwaz/Tirol. Und auch die Mitarbeiter profitieren: Mit dem Desinfektionsmittel konnten die Hygienemaßnahmen auf dem Werksgelände weiter verbessert werden und die Mitarbeiter bekommen es auch für den eigenen Haushalt zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus hilft der neue Produktionszweig auch, den Betrieb aufrechtzuerhalten: "Unser Ziel ist es, diese schwierige Phase ohne Kurzarbeit zu überstehen - die Herstellung von Desinfektionsmittel wird uns dabei sicher helfen", erklärt Claudia Berghofer, Leiterin der Unternehmenskommunikation.


 

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