Umwelt und Sicherheit

Stolpern, Rutschen, Stürzen

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Im Rahmen der BG RCI-Kooperation „Vision Zero. Null Unfälle – gesund arbeiten“ befasst sich der VdL regelmäßig mit für die Mitgliedsunternehmen relevanten Themen zur Arbeitssicherheit und analysiert die häufigsten Unfälle in der Branche. Eine der häufigsten Unfallursachen mit oft langen Ausfallzeiten bilden dabei die Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle, sogenannte SRS-Unfälle.

Verhaltensregeln und organisatorische Maßnahmen können helfen, solche Unfälle soweit wie möglich zu vermeiden. Im Alltag kann es in allen Arbeitsbereichen bei der Herstellung von Lacken und Druckfarben zu den oben genannten Unfällen kommen. Hiervon sind nicht nur die Produktion oder das Lager betroffen, sondern auch in den Bürobereichen, im Außendienst oder im mobilen Arbeiten können entsprechende Unfälle auftreten. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein und reichen von persönlichen Aspekten, wie Stress, Hektik, Unacht-samkeit oder Bequemlichkeit über ungeeignetes Schuhwerk bis hin zu organisatorischen Punkten wie herumliegende Schläuche und Kabel oder Verunreinigungen. Somit liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, in seinem eigenen Interesse Unfallschwerpunkte zu vermeiden, zum anderen muss aber auch der Arbeitgeber hierzu beitragen.

 

Immer den Handlauf nutzen
Häufig führt das Stolpern auf Treppen zu Stürzen mit schweren Verletzungen, wie auch die beiliegenden Safety Alerts „Accidents on Stairs“ und „Knee injury – fall from platform stairs“ zeigen. Daher sollte stets der Handlauf verwendet werden, um das Sturzrisiko bei Stolperunfällen zu verringern. Halten Sie hierzu immer mindestens eine Hand frei und tragen Sie angemessenes Schuhwerk. Unternehmensseitig ist darauf zu achten, dass Verkehrswege, wie beispielsweise Treppen freigehalten werden und dass eventuelle Verschmutzungen schnellstmöglich beseitigt werden. Auch erhöht eine angemessene Beleuchtung die Sicherheit auf Verkehrswegen und Treppen. 

 

Drei feste Punkte auf der Leiter
Einen weiteren Unfallschwerpunkt stellen Stürze von Leitern dar. Hierbei werden häufig insbesondere die Stürze auf den unteren Stufen unterschätzt, aber auch die richtige Verwendung von Leitern spielt eine bedeutende Rolle. So sollte generell immer nur frontal zur Leiter gearbeitet werden und der Körperschwerpunkt sollte immer zwischen den Holmen liegen. Es gilt die sogenannte 3-Punkt-Regel: jeweils zwei Füße und eine Hand oder ein Fuß und zwei Hände müssen im Kontakt zur Leiter bleiben. Leitern sollten stets nur auf sicherem Untergrund aufgestellt und keine schweren oder sperrigen Gegenstände darauf verwendet werden. Zusätzlich ist die maximale Tragfähigkeit der Leiter zu beachten. Weitere Informationen hierzu können auch der DGUV Information 208-016 „Die Verwendung von Leitern und Tritten“ oder dem BG RCI KB 009 „Leitern und Tritte“ entnommen werden.

Stolper- und Rutschunfälle auf ebenen Flächen entstehen häufig durch Verschmutzungen oder Schäden auf den Bodenflächen; so können verschüttete Flüssigkeiten zu Rutschunfällen führen, während sich an kleinen Kanten oder Defekten in der Bodenplatte Stolperunfälle ereignen können. Aber auch Gegenstände, die den Laufweg versperren, können zu Unfällen führen. Daher ist es besonders wichtig, auf Ordnung und Sauberkeit in den Arbeitsbereichen, aber auch in den Fluren oder auf Verkehrswegen zu achten, um Gefahrenstellen erst gar nicht entstehen zu lassen.  Bei Glatteis auf Wegen und Plätzen hilft es besonders, den sogenannten „Pinguin-Gang“ zu beherzigen, also langsam und parallel zu watscheln. Ausführliche Informationen zur Vermeidung von SRS-Unfällen können dem BG RCI Merkblatt A 021 „Auf Nummer sicher gehen – Stolpern, Rutschen und Stürzen vermeiden“ oder der BG RCI Checkliste CHL 003 „Checkliste Vermeidung von Stolper- und Sturzunfällen“ entnommen werden.

Kathrin Mohr

Technische Referentin für die Themen
Druckfarben, Pulverlacke, Autoreparaturlacke,
Umweltschutz, Arbeits- und Anlagensicherheit

Tel.: 069 2556 1708
eMail: mohr@vci.de