Lacke & Farben aktuell

Zwischen Hoffen und Bangen

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Die gesamtwirtschaftliche Lage hängt nach wie vor am seidenen Faden, je nachdem wie sich die weitere Situation um Corona in Deutschland und in den wichtigen Handelspartnerländern entwickeln wird.

Die deutsche Konjunktur auf Achterbahnfahrt: Nach dem schockierenden Absturz im 2. Quartal 2020 – die gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland ging im Vergleich zum 1. Quartal um 10,1% zurück – hat sich die wirtschaftliche Lage inzwischen deutlich gefestigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 8,2 Prozent gestiegen, gegenüber dem Jahr 2019 lag es damit aber noch um 4,3 Prozent zurück. Gleichermaßen entwickelten sich die privaten Konsumausgaben, die Investitionen in Ausrüstungen aber auch die Ausfuhren sehr erfreulich.

Mit den stark gestiegenen Corona-Zahlen im Herbst hat sich das wirtschaftliche Klima jedoch wieder deutlich eingetrübt, besonders im Tourismus, im Hotelgewerbe, aber auch in der Gastronomie sind aufgrund des Lockdowns in diesen Bereichen die Umsätze wiederum drastisch eingebrochen.

Marktentwicklung bei Lacken, Farben und Druckfarben insgesamt durchwachsen

Insgesamt gesehen ist die Lack- und Farbenindustrie bisher ganz gut durch die Corona-Krise gekommen, allerdings mit deutlichen Unterschieden in den einzelnen Bereichen. Vor allem aufgrund des deutlichen Rückgangs bei den Industrielacken sank die Produktion von Lacken und Farben in den vergangenen Quartalen 2020 (siehe Grafik).

Wir gehen jedoch davon aus, dass die offiziellen Daten des Statistischen Bundesamts zu negativ sind. Wegen einer Umstellung der Güterklassifizierung sind die Zahlen vor allem im Bereich der Dispersionsfarben offensichtlich noch nicht richtig erfasst, so dass es zu Mindermeldungen kommt. Bei den Bautenfarben gab es zuletzt eine regelrechte Sonderkonjunktur im DIY-Segment, ausgelöst durch die Fokussierung auf das eigene Heim als Alternative für Reisen, Ausgehen und vermindertes Arbeitsvolumen durch Kurzarbeit.

Bei den Druckfarben gab es einen deutlichen Einbruch: So sank die Produktion in Deutschland im ersten Halbjahr um 12,6 Prozent. Besonders stark rückläufig waren die Publikationsdruckfarben. Ein Teil des verlorenen Marktes wird aufgrund der Digitalisierung wohl nicht mehr zurückkommen. Auch bei den Verpackungsdruckfarben stagniert die Entwicklung inzwischen, in der ersten Jahreshälfte gab es hier noch Zuwächse.

Zwei Prognosen für 2021

Eine seriöse Prognose für 2021 ist naturgemäß nicht möglich. Aus diesem Grund haben wir zwei Szenarien aufgestellt, je nachdem wie sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung bzw. die Eindämmung der Pandemie in Deutschland und Europa darstellen wird:

Im „Best Case“-Szenario bleibt die Inlandsnachfrage nach Lacken und Farben in etwa konstant. Obwohl die Bautenfarben um 5 Prozent zurückgehen, liegen sie noch deutlich über dem Niveau von 2019. Die Industrielacke erreichen mit einem Zuwachs von 9 Prozent noch nicht den Stand von 2019.

Im „Worst Case“-Szenario gehen wir von einem Rückgang der Inlandsnachfrage in der Menge von rund 5 Prozent aus, wobei die Bautenfarben ungeachtet des Rückgangs um 10 Prozent immer noch leicht über dem Niveau des Jahres 2019 liegen. Die Industrielacke könnten danach mit einem Anstieg von 6 Prozent rechnen, sie hätten damit den Verlust seit 2019 nur etwa zur Hälfte wieder ausgleichen können.

Im Ausblick auf 2021 bleiben wir vorsichtig optimistisch, d.h. wir halten die Best Case Variante für das etwas wahrscheinlichere Ereignis, was dann sogar noch zu einem gewissen Umsatzzuwachs bei den Unternehmen führen würde.

Christoph Maier
ist Leiter Wirtschaft und Finanzen
beim Verband der deutschen Lack-
und Druckfarbenindustrie
maier@vci.de

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