Die gesamtwirtschaftliche Schwäche hat die Lack- und Druckfarbenindustrie auch 2025 belastet. Der Inlandsabsatz sank nach den neuesten Zahlen um 2,8 %, der Umsatz ging um 1,2 % zurück. Besonders Bauten- und Druckfarben verzeichneten deutliche Einbußen. Für 2026 gibt es wohl nur vereinzelt hoffnungsvolle Aussichten.
Die deutsche Wirtschaft stagniert nahezu seit sechs Jahren und befindet sich aktuell auf dem Niveau von 2019. Nachdem die Wirtschaftsleistung 2025 nur um 0,2 % gewachsen ist, sieht das Ifo-Institut die deutsche Wirtschaft seit Ende 2025 auf Erholungskurs, der vor allem durch eine expansivere Fiskalpolitik ausgelöst wurde. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, könnte jedoch nun durch steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges gebremst werden. Das Institut betrachtet zwei Szenarien, je nachdem, wie sich die Energiepreise weiterentwickeln: Im „Deeskalationsszenario“, das von einem schnellen Ende des Iran-Krieges und nur vorübergehend steigenden Preisen für Rohöl und Erdgas ausgeht, wächst das preisbereinigte BIP im laufenden Jahr um 0,8 % und im kommenden Jahr um 1,2 %. Dieses Szenario entspricht damit nahezu der vorherigen Prognose des Instituts aus dem Winter 2025. Ohne den Energiepreisschock wären in diesem Jahr sogar 1,0 % Wachstum möglich gewesen, da sich die fiskalischen Maßnahmen im Verteidigungsbereich schneller auf die Wirtschaft auswirken als ursprünglich erwartet. Im Verkaufsmengen Gesamtmarkt 2025, Veränderungen in Prozent 15 „Eskalationsszenario“ – mit längerem Konflikt am Persischen Golf und damit stärkeren und länger anhaltenden Energiepreissteigerungen – fällt das Wachstum schwächer aus, sodass sich die wirtschaftliche Erholung zwar fortsetzt, jedoch langsamer. Das preisbereinigte BIP steigt dann nur um 0,6 % im laufenden Jahr und um 0,8 % im kommenden Jahr. Die Unsicherheit bleibt also bei allen Prognosen erheblich, der hier noch unberücksichtigte Irankonflikt hat jedenfalls negative Auswirkungen und Trumps Zölle tragen außerdem zu Schwankungen bei.




