Seit 27. September gelten auch in Deutschland deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Mit der EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition) will die EU Greenwashing eindämmen und Verbraucher besser schützen. Für die Unternehmen bedeutet dies eine umfassende Prüfung von Werbeaussagen, Produktinformationen und Kennzeichnungen.
Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „nachhaltig“ werden künftig nur noch unter strengen Voraussetzungen zulässig sein. Unternehmen müssen nachweisen können, auf welcher belastbaren Datengrundlage solche Aussagen beruhen. Nachhaltigkeitssiegel dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie auf einem anerkannten Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen eingerichtet wurden. Für die Hersteller von Lacken und Druckfarben stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Viele Unternehmen verwalten mehrere tausend Rezepturen und Produktvarianten. Entsprechend groß ist der Aufwand, sämtliche Etiketten, Produktdatenblätter, Webseiten, Broschüren und Vertriebs-unterlagen systematisch zu überprüfen. Nötig sind dafür enge Abstimmungen zwischen Marketing, Produktmanagement, Nachhaltigkeitsverantwortlichen und Rechtsabteilungen.
Sofort handeln statt abwarten
Unternehmen sollten spätestens jetzt aktiv werden. Im Fokus stehen zunächst digitale Inhalte wie Websites, Online-Shops und Social-Media-Kanäle, da sie am schnellsten angepasst werden können. Gleichzeitig sollten sämtliche Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen erfasst und einem Risikocheck unterzogen werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Dokumentation. Vorhandene Prüfberichte, Zertifikate und technische Nachweise sollten zentral gesammelt und nachvollziehbar hinterlegt werden. Bei bereits ausgelieferten Produkten können zusätzliche Informationen am Point of Sale, etwa über QR-Codes, Aushänge oder Händlerhinweise, helfen, bestehende Aussagen zu erläutern oder zu präzisieren. Kritische Claims sollten dagegen entfernt oder überarbeitet werden.

