In der westlichsten Stadt Deutschlands kamen 150 Entscheidungsträger aus der Lack- und Druckfarbenindustrie zusammen, um die aktuellsten Themen der Branche zu diskutieren und sich über die wirtschaftlichen Herausforderungen einer komplizierten Welt auszutauschen.
Rund 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich am 6. und 7. Mai 2026 in Aachen zur Mitgliederversammlung des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie getroffen. Tagungsort war das traditionsreiche Parkhotel Quellenhof, dessen Lage im Herzen der Stadt mit ihrer langen Geschichte der Thermalquellen den passenden Rahmen für die Veranstaltung bot.
Der Auftakt am Mittwoch stand im Zeichen der Fachgruppensitzungen, die bis in den Nachmittag hinein andauerten. Anschließend kamen die Teilnehmenden erneut zusammen und setzten den Tag bei der Abendveranstaltung im „Das Liebig“ fort. Die Eventlocation in der denkmalgeschützten Kälbermarkthalle bot mit ihrem historischen Industrieambiente einen bewussten Kontrast zum prächtigen Quellenhof. Für den musikalischen Rahmen sorgte ein des Aachener Studentenorchesters mit stimmungsvollen Beiträgen zwischen Jazz und Klassik. Der Abend war geprägt von guten Gesprächen, einer offenen Stimmung und einem spürbaren Miteinander unter den Teilnehmern und Gästen.
Präsident fordert Mitglieder zu „mehr Mut“ auf
Am zweiten Tag begann die eigentliche Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung standen zunächst die Berichte des Präsidenten und des Hauptgeschäftsführers. Präsident Harald Borgholte gab in seiner Rede einen Überblick über die wirtschaftlich angespannte Situation und die Probleme der Branche zwischen einer stolpernden Konjunktur und bürokratischen Belastungen aus Brüssel und Berlin. „Mehr Mut“ sei erforderlich, beim Abbau von Bürokratie ebenso wie bei der steten Entwicklung innovativer Produkte und Geschäftsfelder. Hauptgeschäftsführer Martin Kanert erläuterte den Zuhörern die Anforderungen und Herausforderungen der europäischen Chemikalienpolitik, die der VdL 2025/2026 ebenso konsequent wie erfolgreich bearbeiten konnte.
Es folgten die regulären Beschlüsse zu Finanzen, Rechnungsprüfung, Präsidium, Satzung und Mitgliedschaften. Darüber hinaus rückten mehrere Fachvorträge aktuelle Entwicklungen in den Mittelpunkt. Kai Franke von der Aktiengesellschaft ODDO BHF AC sprach über die Dynamik in der aktuellen Geopolitik. Im Anschluss beleuchtete Dr. Julia Mann vom Center für Künstliche Intelligenz der RWTH Aachen die Rolle von KI in Wirtschaft und Gesellschaft. Auch die Perspektive der Industrie selbst kam zur Sprache. Dr. Lennart Stitz von BASF Coatings stellte heraus, welche Chancen sich aus dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Lackindustrie ergeben, nachdem die Technologie zunächst als Herausforderung wahrgenommen wird. Besonders viel Zustimmung erhielt der Beitrag des CDU-Europaabgeordneten Dennis Radtke, der sich zu der Veranstaltung aus Brüssel zugeschaltet hatte. Der Chef des CDU-Sozialflügels (Radtke ist auch Präsident der Europäischen Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA) und sozialpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament), ordnete den Bürokratieabbau auf europäischer Ebene und die wachsenden regulatorischen Hürden für die Chemieindustrie unter dem Titel „Was kann man in Sachen Bürokratieabbau von der EU erwarten?“ ein. Seine pointierte und launige Position stieß im Saal auf deutliches Interesse und anhaltenden Applaus.








