Lacke & Farben aktuell

Gelungener Auftakt zum Thema Arbeitssicherheit

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Mit über hundert Teilnehmenden erzielte das erste VdL-Webseminar zur Arbeitssicherheit ein großes digitales Interesse. Mit über hundert Teilnehmenden erzielte das erste VdL-Webseminar zur Arbeitssicherheit ein großes digitales Interesse. Nun sollen weitere Seminare für Mitglieder zu aktuellen Entwicklungen und rechtlichen Anforderungen im Arbeitsschutz folgen.

Im Februar 2026 veranstaltete der VdL erstmals ein Webseminar zur Arbeitssicherheit in der Lack- und Druckfarbenindustrie, welches die bisherigen Aktivitäten desVerbandes im Bereich des Arbeitsschutzes ergänzte. In der Veranstaltung erhielten die rund 110 Teilnehmenden aus den Mitgliedsunternehmen einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen, rechtliche Anforderungen und praktische Herausforderungen im betrieblichen Arbeitsschutz. Auch wurden die vielfältigen Angebote des VdL vorgestellt, mit denen die Mitglieder seit Jahren bei der Verbesserung der Arbeitssicherheit unterstützt werden. Zu betonen sind hierbei insbesondere der Informationsordner „Verantwortung übernehmen – Sicher arbeiten in der Lack- und Druckfarbenindustrie“, die überarbeiteten Grafiken zu den „10 Regeln für sicheres Arbeiten“ sowie Videos zur Arbeitssicherheit, wovon die ersten 2025 veröffentlicht wurden und im Laufe des Jahres 2026 weitere folgen werden. 

Gefährdungsbeurteilungen als Fundament des Arbeitsschutzes

Einen zentralen Schwerpunkt des Webseminars bildete der Themenblock Gefährdungsbeurteilungen. Eine qualifiziert erstellte Gefährdungsbeurteilung stellt nicht nur eine gesetzliche Pflicht dar, sondern ist zugleich ein wesentliches Instrument für Sicherheit, Planungssicherheit und Führungsverantwortung. Die gesetzlichen Grundlagen sind zwar klar formuliert, jedoch ist die individuelle praktische Umsetzung im Betrieb entscheidend. So verlangen die zahlreichen Rechtsgrundlagen, wie das Arbeitsschutzgesetz, die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefahrstoffverordnung oder die Arbeitsstättenverordnung eine systematische Bewertung von Gefährdungen, wobei nicht nur die physischen Gefährdungen einzubeziehen sind, sondern auch die psychischen Belastungen. Dabei bringen Gefährdungsbeurteilungen auch praktische Vorteile mit sich; sie schaffen Transparenz, erhöhen die Rechtssicherheit, erleichtern die Planung notwendiger Maßnahmen und stärken die Einbindung der Beschäftigten. Eine sorgfältige Beurteilung kann zu weniger Störungen im Betriebsablauf und reduzierten Ausfallzeiten beitragen und die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden insbesondere dann steigern, wenn diese die Gefährdungsbeurteilungen aktiv mitgestalten können.

Sieben bewährte Handlungsschritte helfen

Die bewährte Systematik zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen gliedert sich in sieben Handlungsschritte: von der Erfassung der betrieblichen Organisation und der Tätigkeiten über die Ermittlung und Bewertung möglicher Gefährdungen bis hin zur Festlegung, Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle geeigneter Schutzmaßnahmen. Zu betrachten sind dabei alle möglichen Gefährdungsarten, wie mechanische, elektrische, thermische und chemische Einwirkungen, Arbeitsumgebungsbedingungen oder physische und psychische Belastungen. In dem Webseminar wurden zur Unterstützung eine Reihe ergänzender Dokumente vorgestellt, darunter ein Handbuch der BAuA, das „Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe“ (EMKG), die Leitmerkmalmethoden, verschiedene DGUV Regeln sowie branchenspezifische Lösungen der BG RCI. All diese Dokumente können bei der notwendigen Erstellung und Pflege der Gefährdungsbeurteilung unterstützen und diese erleichtern.

Rührwerke im Fokus

Der zweite große Themenblock des Webseminars widmete sich den Rührwerken, die in der Lack- und Druckfarbenindustrie zu den am häufigsten eingesetzten technischen Einrichtungen gehören und aufgrund ihrer bewegten Teile ein erhebliches Gefährdungspotenzial besitzen. Anhand zahlreicher Fotos aus der betrieblichen Praxis wurden die typischen Risiken anschaulich dargestellt: ungeschützte oder unzureichend gesicherte Rührwellen, Eingriffsmöglichkeiten während des Betriebs, lange Nachlaufzeiten sowie Situationen, in denen ältere Geräte nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Ebenso vielfältig waren die vorgestellten Lösungen. Dazu gehörten Wellenschutzgitter, die das Eingreifen in laufende Anlagen verhindern, abgedeckte Antriebsebenen an Mischstationen, Teleskophülsen als kombinierte Rührwellen und Zugabeschützer sowie der Eingreifschutz an Zugabeöffnungen, bei denen dieser nur mit Werkzeug entfernt werden kann.

Gefährdungen erkennen und wirksam beherrschen

Auch technische Maßnahmen wie robuste Behältererkennungssysteme oder vollständig eingehauste Altgeräte wurden präsentiert, die insbesondere bei älteren Geräten notwendig werden können, um den heutigen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Die Beispiele machen deutlich, dass Rührwerke trotz ihrer Verbreitung individuelle Risiken bergen, denen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Unterstützung bei der Sensibilisierung der Mitarbeiter zum Thema Arbeitssicherheit kann zusätzlich der VdL-Informationsordner „Sicher Arbeiten in der Lack- und Druckfarbenindustrie“ leisten, der digital über die VdL-Mitgliederplattform zum Download zur Verfügung steht oder kostenfrei in der VdL- Geschäftsstelle bestellt werden kann. 

Weitere Seminare sollen folgen

Das Webseminar zeigte insgesamt, wie wichtig sowohl systematische Gefährdungsbeurteilungen als auch praxisnahe technische Lösungen für den sicheren Betrieb in der Lack- und Druckfarbenindustrie sind. Die rege Beteiligung der Teilnehmenden und die Vielzahl an Fragen im Anschluss belegten das hohe Interesse der Mitgliedsunternehmen. Der VdL wird sein Informationsangebot im Bereich Arbeitssicherheit weiter ausbauen und damit die Betriebe auch künftig bei der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Sicherheitsstandards unterstützen. Ebenso wird die Projektgruppe Arbeitssicherheit weitere Webseminare zu unterschiedlichen Aspekten der Arbeitssicherheit anbieten.

Kathrin Mohr

Technische Referentin für die Themen
Druckfarben, Pulverlacke, Autoreparaturlacke,
Umweltschutz, Arbeits- und Anlagensicherheit

Tel.: 069 2556 1708
eMail: mohr@vci.de

 

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