Lacke & Farben aktuell

Fundierte Marktanalyse für die Branche

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Seit 2025 ist Deutschland Nettoimporteur von Pulverlacken, da die inländische Nachfrage inzwischen die heimische Produktionsmenge übersteigt. Die Statistik der Fachgruppe macht solche Entwicklungen sichtbar, analysiert ihre Ursachen und schafft dadurch eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Branche.

In der Fachgruppe Pulverlacke wird regelmäßig über die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut „Coating Insights“ entwickelte Pulverlackstatistik berichtet. Die Ergebnisse werden regelmäßig vorgestellt, diskutiert und liefern der Branche wichtige Einblicke in aktuelle Marktentwicklungen. 

Die Statistik entstand unter enger Einbindung von Expertinnen und Experten aus den Mitgliedsunternehmen sowie unter Nutzung des Markt-Know-hows von Coating Insights. Sie bietet einen fundierten Überblick über die Entwicklung des deutschen Pulverlackmarktes. 

Für die Analyse wurde der Markt in acht Anwendungsbereiche untergliedert, darunter Bereiche wie Bau, Automobil und Transport sowie Industrie. Dadurch lassen sich die Entwicklungen in den einzelnen Endmärkten differenziert betrachten und bewerten. 

Bei der Statistik handelt es sich um eine indexgestützte Marktstudie. Ausgangspunkt ist die Definition und Quantifizierung des Marktes in einem Basisjahr. Auf dieser Grundlage werden dann die einzelnen Teilmärkte anhand verschiedener Indikatoren fortlaufend von Coating Insights analysiert und prognostiziert.

Marktentwicklungen werden früh sichtbar

Ein Blick auf die Entwicklung des deutschen Gesamtmarktes verdeutlicht beispielsweise die deutlichen Rückgänge der vergangenen Jahre. So sank das Marktvolumen von rund 63.000 Tonnen im Jahr 2022 auf etwa 54.000 Tonnen im Jahr 2025. Dies entspricht einem Rückgang von rund 13 %. 

Noch stärker fiel im selben Zeitraum die deutsche Produktion von Pulverlacken. Während 2022 noch rund 70.000 Tonnen im Inland hergestellt wurden, lag die Produktionsmenge 2025 nur noch bei etwa 53.000 Tonnen. Dies entspricht einem Minus von rund 24 %. 

Seit 2025 ist Deutschland damit Nettoimporteur von Pulverlacken. Die inländische Nachfrage übersteigt inzwischen die heimische Produktionsmenge, sodass mehr Pulverlacke importiert als exportiert werden. Die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland sowie ein intensiver Preiswettbewerb haben dazu geführt, dass die inländische Produktion in den letzten 5 Jahren stärker gesunken ist als die Inlandsnachfrage. 

Auch für das laufende Jahr wird keine Trendumkehr erwartet. Für die Verkaufsmenge im deutschen Markt wird ein Rückgang von 1,8 % prognostiziert, für die Produktion ein Minus von 5 %.
 

 

Acht Segmente werden analysiert

Darüber hinaus ermöglicht die Statistik eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Anwendungsgebiete von Pulverlacken. Insgesamt werden acht Marktsegmente analysiert.

Das Segment „Automobil und Transport“ umfasst beispielsweise Pkw-Komponenten wie Felgen und Fahrwerksteile sowie Anwendungen im Bereich Schienenfahrzeuge, Busse und Zweiräder. Nachdem die inländische Verkaufsmenge dieses Segments 2023 noch leicht zulegen konnte, ist die Entwicklung
seither von kontinuierlichen Rückgängen geprägt. Die Indikatoren für 2025 zeigen, dass die rückläufige Nachfrage insbesondere auf den Bereich der Automobilteile zurückzuführen ist.

Zwar sorgten die Teilsegmente „Schiene“ sowie „Aufbauten und Anhänger“ für zusätzliche Nachfrage, diese reichte jedoch nicht aus, um die Rückgänge im Pkw Bereich zu kompensieren, der innerhalb des Segments den größten Anteil am Marktvolumen stellt. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang der Verkaufsmenge
um 1,5 % erwartet.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine belastbare Marktbeobachtung für die Branche ist. Mit der detaillierten Analyse der Marktentwicklungen schafft die Pulverlackstatistik Transparenz und Orientierung in einem sich wandelnden Marktumfeld und liefert dadurch eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Branche.

Bastian Herfel

 

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