Seit September 2025 gibt es beim VdL die eigens ins Leben gerufene Projektgruppe zur PPWR. Die rund 20 Mitglieder treffen sich regelmäßig zum Austausch in dem sehr aktiven regulativen Umfeld der EU-Verpackungsverordnung, deren Pflichten ab 12. August gelten.
Die Projektgruppe PPWR ist ein fachlicher Arbeitskreis innerhalb des VdL, der sich intensiv mit den regulatorischen Anforderungen der neuen EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) beschäftigt. Die Gruppe wurde im Oktober 2025 gegründet, um die Auswirkungen der PPWR auf die Mitgliedsunternehmen frühzeitig einzuordnen und praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Fragen zu Konformitätsanforderungen, zu Kennzeichnungspflichten, zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) sowie zur Einordnung von Pflichten entlang der Lieferkette. Denn die PPWR bringt umfassende Änderungen insbesondere für „Erzeuger“ und weitere Wirtschaftsakteure von Verpackungen mit sich, weshalb eine gemeinsame Branchenkoordination zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Bis zu 20 Teilnehmende treffen sich für Brancheninteressen
Die VdL-Projektgruppe dient dabei als Plattform für den Austausch und bündelt Informationen aus EU-Gesetzgebungsverfahren, Kommissionsleitlinien und nationalen Umsetzungsprozessen und bereitet diese verständlich für die industrielle Praxis auf. Darüber hinaus vertritt sie die Interessen der Branche gegenüber politischen Entscheidungsträgern.
Auf die Wahl eines Vorsitzenden habe man trotz aller Anforderungen bisher verzichtet. „Das ist schade sollten wir bald machen, denn im Schnitt treffen wir uns einmal im Monat und damit öfter als viele andere Gremien“, berichtet Viktoria Pöhlmann, die das Gremium für die Geschäftsstelle führt. Die Beteiligung sei dabei ganz unterschiedlich, je nach Thema und Dynamik. Letztere bestimmen die Ereignisse und Vorhaben in Brüssel und/oder Berlin. „Hybrid sind auch schon mal 20 Teilnehmer dabei gewesen, hier bei uns in Frankfurt treffen sich meist rund 10 Firmenvertreter, so Pöhlmann.“
Wichtige Hilfe für Unternehmen
Auch der Output ist erheblich: Über die letzten Monate wurden innerhalb der Projektgruppe bereits mehrere praxisrelevante Dokumente erarbeitet und allen interessierten Mitgliedsunternehmen zur Verfügung gestellt. Dazu zählen unter anderem eine Verpackungsliste zur systematischen Einordnung verschiedener Verpackungstypen, ein Compliance-Fragebogen für Lieferanten als Grundlage zur Vorbereitung der Erzeugerdokumentation sowie weitere Arbeitshilfen zur praktischen Umsetzung der verschiedenen Anforderungen. Zudem wurde ein gut besuchtes VdL-Webseminar in Kooperation mit dem Industrieverband Klebstoffe (IVK) und der Deutschen Bauchemie (DBC) organisiert. Zuletzt hat die Gruppe ein gemeinsames Schreiben für Kunden der Verbandsmitglieder erarbeitet, das über erste Umsetzungspflichten informiert, die ab dem 12. August 2026 gelten werden.
Insgesamt trägt die VdL-PPWR-Gruppe wesentlich dazu bei, regulatorische Entwicklungen transparent zu machen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche im europäischen Binnenmarkt zu sichern. „Wir hoffen jetzt auf eine kurze Sommerpause zum Durchschnaufen“, sagt Viktoria Pöhlmann, „aber wenn es wichtige Entwicklungen geben sollte, müssen wir wieder einen Adhoc-Call starten.“


