Die Unternehmen der deutschen Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie blicken mit Sorge auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dies zeigt die VCI-Mitgliederumfrage vom Juli 2026, an der 61 Unternehmen aus der Branche teilgenommen haben.
Insgesamt beteiligten sich rund 250 Unternehmen aus der Chemie- und Pharmabranche an der Erhebung. Damit liegen aussagekräftige Ergebnisse für die Lack- und Druckfarbenindustrie vor, die zugleich einen Vergleich mit der Chemie- und Pharmabranche insgesamt ermöglichen.
Rohstoffkosten und Regulierung als Belastungsfaktoren
Die Unternehmen sehen sich vor allem durch hohe Rohstoffkosten, Bürokratie und Regulierung sowie Handelskonflikte und Zölle belastet. Zu den weiteren wesentlichen Belastungsfaktoren zählen hohe Arbeits- und Energiekosten sowie langwierige Genehmigungsverfahren. Die Ergebnisse zeigen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland von einem Großteil der Unternehmen kritisch bewertet werden.
Nahostkonflikt führt zu deutlichen Kostensteigerungen
Die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten sind für die Branche deutlich spürbar. Die antwortenden Unternehmen berichten insbesondere von höheren Rohstoffkosten von rund 27 Prozent und höheren Kosten für chemische Vorprodukte von rund 26 Prozent. Aber auch die Transport- und Lagerhaltungskosten sind laut den Befragten um rund 13 Prozent gestiegen. Zudem geben 42 Prozent der antwortenden Unternehmen an, von Versorgungsengpässen bei Rohstoffen oder Vorprodukten betroffen zu sein.
Geschäftserwartungen bleiben verhalten
41 Prozent der antwortenden Unternehmen erwarten in diesem Jahr sinkende Umsätze. Für das Deutschlandgeschäft sind die Unternehmen noch pessimistischer: 52 Prozent der antwortenden Unternehmen erwarten 2026 sinkende Umsätze. Für außereuropäische Märkte sind die Erwartungen hingegen deutlich positiver. Auch bei der Ertragslage bleibt die Stimmung verhalten. Knapp die Hälfte der Unternehmen rechnet mit rückläufigen Erträgen.



