Verbraucherschutz und Produktsicherheit

Neues Gütesiegel: Ein grünes Kleeblatt für Farben, Lacke und Putze

|   Startseite weiß

VdL entwickelt eigenes Branchensiegel als Alternative zum Blauen Engel – Kriterien ab 2020: Umwelt, Gesundheit und Qualität.

Auf Beschluss der Jury-Umweltzeichen im vergangenen Jahr sollen Innenwandfarben ab 2021 keinen „Blauer Engel“ mehr tragen, wenn sie Konservierungsmittel enthalten. Zum Schutz der Farben vor mikrobiellem Befall war bisher der Einsatz bestimmter Konservierungsmittel im Rahmen strenger Grenzwerte erlaubt. Für die meisten lösemittelfreien, wasserbasierten Lacke, Farben und Putze sind Konservierungsmittel aber weiterhin unerlässlich.

Denn Farben brauchen Schutz: Konservierungsmittel verlängern die Haltbarkeit, verhindern Schimmelbildung sowie Pilz und Algenwachstum. Somit leisten sie wichtige Beiträge zum Verbraucherschutz und zur Ressourcenschonung.

Derzeit sind 635 Innenwandfarben, 1076 Lacke und 40 Innenputze mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Die Umsetzung der neuen Vergabegrundlage wird wohl dazu führen, dass eine Vielzahl dieser Produkte das Umweltzeichen verlieren. Damit verbunden sind erhebliche Wettbewerbsnachteile für kleine und mittlere Hersteller. Der Grund dafür ist, dass die Entwicklung konservierungsmittelfreier Farben mit hohem Aufwand, Kosten und Zeit verbunden ist. Und ein kompletter Verzicht auf Konservierungsmittel ist aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nicht notwendig.

Um jenen Herstellern, die den Blauen Engel verlieren werden, eine Alternative zu bieten, hat sich der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) dazu entschlossen, ein brancheneigenes Gütesiegel zu entwickeln. Das neue Gütesiegel wird für schadstoffarme und qualitativ hochwertige Beschichtungsstoffe für Innenräume wie Innenwandfarben, Innenputze und Innenlacke, die von Handwerkern und Verbrauchern verarbeitet werden, gelten. Die Anforderungen zum Gütesiegel sind in der aktuellen VdL-Richtlinie 11 niedergelegt. Die Richtlinie schließt bestimmte Inhaltstoffe zum Schutz des Handwerkers, Heimwerkers und Nutzer des Raumes bewusst aus. Aber gleichzeitig wird durch die sinnvolle Einsatzmöglichkeit von Konservierungsmitteln der Schutz von Farben, Lacken und Putzen vor mikrobiellen Befall im Gebinde gewährleistet.

Unternehmen, die Produkte gemäß der VdL-Richtlinie 11 herstellen, können auf Antrag künftig das Gütesiegel in Form des Logos „Grünes Kleeblatt“ verwenden. Das neue Logo wird für Farben, Lacke und Putze stehen, die die Anforderungen an Umweltschutz, Gesundheit und Qualität gleichermaßen erfüllen. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch Prüfung der Produkte durch unabhängige Institute sichergestellt. Der EU-weite Schutz des Gütesiegels erfolgt durch eine Unionsgewährleistungsmarke. Inhaber der Marke wird das Deutsche Lackinstitut (DLI), welches bisher die Öffentlichkeitsarbeit der Lack- und Druckfarbenbranche durchführt. Die Vergabe des Gütesiegels erfolgt im Rahmen eines Lizenzvertrages. Lizenznehmer der Marke können neben den VdL-Mitgliedern alle Hersteller der entsprechenden Produkte werden.

VdL-Richtlinie 11 als Basis für das Gütesiegel

Die in der Branche viel beachtete VdL-Richtlinie 11 beschreibt den aktuellen Stand der Technik für schadstoffarme Beschichtungen für den Innenraum und legt sowohl ökologisch als auch technisch sinnvolle Rahmenbedingungen fest. Mit den strengen Anforderung der Richtlinie geht sie weit über die gesetzlichen Vorgaben für Farben, Lacke und Putze hinaus.

  • frei von krebserzeugenden, fortpflanzungsgefährdenden und erbgutverändernden Stoffen
  • frei von Schwermetallen inklusive Bleiverbindungen
  • emissionsarm, unter 0,1 % Lösemittel
  • unter 0,1 % Weichmacher inklusive Phthalate
  • geringer Anteil an Konservierungsmitteln zum Schutz vor mikrobiellem Befall
  • hohe Deckkraft, Nassabriebbeständigkeit und Ergiebigkeit für Innenwandfarben
  • Sicherheitshinweise auf der Verpackung
  • telefonische Beratung für Allergiker

Alle Anforderungen der VdL-Richtline 11 finden Sie hier.