Verbraucherschutz

Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe - Titandioxid

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Empfehlung zur Einstufung von Titandioxid als Krebsverdachtsstoff

Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur hat am 8. Juni 2017 auf Basis einer Gefahrenbewertung empfohlen, das Weißpigment Titandioxid als einen Stoff „mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung beim Menschen“ durch Einatmen (kanzerogen Kategorie 2) einzustufen. Die Europäische Kommission prüft derzeit, ob sie einen entsprechenden Vorschlag vorlegen soll. Die Bundesregierung lehnt eine Einstufung ab und schlägt stattdessen die Harmonisierung der Staubgrenzwerte in Europa vor.

Keine Gefahr für Menschen – Einstufung daher nicht gerechtfertigt

Hintergrund für die Empfehlung ist die Befürchtung, dass Arbeiter an Lungenkrebs erkranken könnten, wenn sie bei der industriellen Herstellung und Verarbeitung Staubemissionen u.a. von Titandioxid ausgesetzt sind. Die RAC-Empfehlung stützt sich auf eine mehr als 20 Jahre alte Studie, bei der Ratten über einen sehr langen Zeitraum staubförmiges Titandioxid einatmen mussten. Die dabei festgestellte Reaktion ist nicht stoffspezifisch für Titandioxid, sondern charakteristisch für eine Vielzahl von Stäuben. Es gibt in dieser oder anderen Studien keinerlei Hinweise auf eine Gefahr für Menschen. Im Gegenteil: Untersuchungen über mehrere Jahrzehnte hinweg an circa 24.000 Arbeitern in 18 Titandioxid-Fabriken, u.a. in Deutschland, haben kein erhöhtes Risiko für eine Tumorentwicklung festgestellt. Folglich liegt auch den Berufsgenossenschaften in Deutschland kein einziger Fall einer anerkannten Berufskrankheit aufgrund von Titandioxid vor

Titandioxid ist einer der wichtigsten Rohstoffe in Farben

Die Lack- und Druckfarbenindustrie ist mit 57% der größte Abnehmer von Titandioxid. Titandioxid wird Farben als Pigment zugegeben und ist danach fest in die Bindemittel-Matrix eingebunden. Es kann daher gar nicht eingeatmet werden. Aufgrund der hohen Licht-Streuung seiner Kristalle hat Titandioxid das höchste Deckvermögen aller Weißpigmente und ist bei der Herstellung von weißer Farbe und Buntfarbtönen unverzichtbar. Gleichwertige Alternativen gibt es nicht. Eine Einstufung als Krebsverdachtsstoff hätte weitreichende Konsequenzen: Farben müssten mit dem Hinweis „Kann vermutlich Krebs erzeugen“ gekennzeichnet werden, was eine erhebliche Verunsicherung der Verbraucher zur Folge hätte. Zudem wären Farbreste und andere Abfälle ab einem Titandioxid-Anteil von 1% als „gefährlicher Abfall“ zu behandeln, was die Entsorgungs-kosten erheblich steigern würde.

Dafür setzen wir uns ein:

Keine Einstufung von Titandioxid als Gefahrstoff

Titandioxid wird in unserer Industrie seit Jahrzehnten sicher verwendet. Es gibt keinen wissen-schaftlichen Beleg, der auf eine krebserzeugende Wirkung beim Menschen hindeutet. Zudem ist das CLP-Einstufungsverfahren der falsche Prozess: CLP dient der Einstufung von Stoffen, die aufgrund ihrer „intrinsischen“, das heißt individuellen (chemischen) Eigenschaft gefährlich sind, nicht jedoch – wie in diesem Fall – für partikelbedingte (physikalische) Effekte.

Europäische Harmonisierung der Staubgrenzwerte am Arbeitsplatz

Die diskutierten Risiken beruhen allein auf einer inhalativen Staubexposition. Der Schutz vor Staubemissionen ist ein Arbeitsschutz-Thema und wird in den meisten EU-Mitgliedstaaten
durch einen Staubgrenzwert am Arbeitsplatz sichergestellt. Deutschland ist hier international Vor-reiter. Statt der Einstufung von Titandioxid sollte daher, wie von Deutschland vorgeschlagen, eine Harmonisierung der Staubgrenzwerte in Europa in Angriff genommen werden.

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema Titandioxid im Verband:

Frau Aline Rommert
Verband der deutschen
Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
Tel.: +49 (0) 69 2556 1705 
Mail: rommert@vci.de

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