Farben schützen mit Bioziden

Oktober 2017

Verknappung bei Konservierungsmitteln

Die Verwendung von Bioziden zur Konservierung von Farben, Lacken und Druckfarben ist nur nach einem komplexen Verfahren gemäß der europäischen Biozid-Produkteverordnung erlaubt. Dadurch wird ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt erreicht. Allerdings führt dieses Verfahren ebenfalls zu einer erheblichen Reduktion der verfügbaren Wirkstoffe für wasserbasierte Farben. Speziell bei Topf-Konservierungsmitteln und Filmschutzmitteln sind Einschränkungen in der Anwendbarkeit absehbar. 

Biozide sind für moderne Lacke, Farben und Druckfarben unverzichtbar 

Für die meisten wasserbasierten Lacke, Farben und Druckfarben sind Biozide unerlässlich: Biozide verlängern ihre Haltbarkeit, verhindern Schimmelbildung, Pilz- und Algenwachstum. Somit leisten sie wichtige Beiträge zum Verbraucherschutz, zur Ressourcenschonung und sparen Geld. Wegen der Vielzahl von Schadorganismen und drohender Resistenzen ist es erforderlich, eine große Bandbreite von Wirkstoffen sowie die Möglichkeit zu deren Kombination zu erhalten. Gerade im Heimwerkerbereich besteht die Gefahr, dass in Zukunft keine ausreichende Konservierung mehr möglich ist.

Moderne Farben und Lacke können sicher verwendet werden 

Farben und Lacke, welche Konservierungs- oder Filmschutzmittel enthalten, können bei ordnungsgemäßem Gebrauch sicher verwendet werden. Beschränkungen im Zuge der Genehmigung von Biozid-Wirkstoffen führen bereits heute dazu, dass viele sichere und effiziente Produkte ihre Funktionalität einbüßen oder für den Endanwender gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Zusätzliche Kennzeichnungsauflagen können zu einer Informationsflut führen, die nicht im Sinne des Verbraucherschutzes ist. 

Dafür setzen wir uns ein:

  • Biozide Wirkstoffe müssen erhalten bleiben
    Es gibt nur wenige biozide Wirkstoffe für Farben und Lacke, die effektiv wirken und gleichzeitig für Gesundheit und Umwelt verträglich sind. Weil diese Wirkstoffe, wie z.B. die Gruppe der Isothiazolinone, unter technischen und sicherheitsrelevanten Aspekten schwer zu ersetzen sind, muss ihre Verfügbarkeit für die deutschen Lack- und Druckfarbenhersteller auch künftig gewährleistet bleiben – zumindest solange keine innovativen Alternativen auf dem Markt verfügbar sind. Anstatt der isolierten Betrachtung der Einzelstoffe sollte die Kommission eine gemeinsame Bewertung der Wirkstoffe initiieren. Nur so kann ein hohes Schutzniveau für den Verarbeiter und die Endverbraucher bei gleichzeitig funktionierender Konservierung gesichert werden.
  • Auflagen mit Augenmaß
    Bei der Wirkstoffgenehmigung, im Zulassungsverfahren der Biozidprodukte sowie bei den Bedingungen für behandelte Waren dürfen keine unverhältnismäßigen Anforderungen gestellt werden. Kennzeichnungsvorschriften, die zu einer Flut an Warnhinweisen führen, sollten vermieden werden.
  • Nutzen von Bioziden berücksichtigen
    Bei der Bewertung von Wirkstoffen und Biozidprodukten müssen in Zukunft auch sozio-ökonomische Aspekte eine Rolle spielen. Nur so wird gewährleistet, dass keine gravierenden volkswirtschaftlichen Schäden sowie konkrete Nachteile für die Verbraucher entstehen. 

 PDF-Download: OnePager Biozide deutsch Oktober 2017

 PDF-Download: OnePager Biocides english March 2017

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema Biozide im Verband:

Dr. Christof Walter
Verband der deutschen
Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
Tel.: +49 (0) 69 2556 1719
Mail: walter@vci.de