VdL und VdMi starten gemeinsam die "Initiative pro Titandioxid"

Ein seit Jahrzehnten bewährter Rohstoff steht im Brennpunkt der europäischen Industriepolitik: das Weißpigment Titandioxid.

Titandioxid ist ein „Allrounder“ und aus der Herstellung vieler Produkte kaum wegzudenken: Ob in Arzneimitteln, Kosmetika, in der Lebensmittelindustrie oder bei der Lack- und Druckfarbenproduktion – Titandioxid kommt vielfältig zum Einsatz!
 
Vor mehr als einem Jahr hat Frankreich bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA eine harmonisierte Einstufung von Titandioxid als „wahrscheinlich kanzerogen“ (Kategorie 1B gemäß CLP-Verordnung) vorgeschlagen und damit heftige Diskussionen um das für die Lack- und Druckfarbendindustrie so wichtige Weißpigment entfacht.
Im Juni 2017 hat der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur dann empfohlen, Titandioxid als einen Stoff „mit Verdacht auf eine kanzerogene Wirkung beim Menschen“ durch Einatmen (Kategorie 2) einzustufen. Auf den ersten Blick wirkt dieser Vorschlag als milder Kompromiss, doch auch diese Einstufung hätte gravierende Folgen für die Lack- und Druckfarbenindustrie.

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) hat erhebliche Bedenken gegenüber des Einstufungsvorschlags für Titandioxid. Wegen grundsätzlicher wirtschaftlicher Überlegungen und  Zweifeln an den zugrundeliegenden Studie hat sich die Branche nun zur Gegenwehr entschlossen und gemeinsam mit dem Verband der Mineralfarbenindustrie e.V. (VdMi) die „Initiative pro Titandioxid“ ins Leben gerufen. Die auch weiteren Verbänden zur Beteiligung offenstehende Initiative hat sich vorgenommen, sachlich, transparent und umfassend über Titandioxid zu informieren, das als Rohstoff in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten, den meisten Menschen aber dennoch unbekannt ist.

Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass Titandioxid als UV-Filter in Sonnencreme zum Einsatz kommt? Oder dass rund 95 Prozent der RAL-Farbtöne Titandioxid enthalten? Dass die für den Einstufungsvorschlag zu Grunde liegende Studie und deren Ergebnisse bereits 20 Jahre alt und zudem nicht auf den Menschen übertragbar sind? Dass es nicht einen anerkannten Fall einer auf Titandioxid beruhenden Berufserkrankung gibt und dass sogar der französische Antrag einräumt, dass es keinen Beweis für eine Krebsverursachung beim Menschen gibt?

Vor allem die Website www.initiative-pro-titandioxid.de soll diese Hintergründe verdeutlichen und über die die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Titandioxid informieren, den aktuellen Stand der Diskussion wiedergeben und durch aufklärende Kommunikation die Unbedenklichkeit des Weißpigments klar herausstellen.