Branchenziel 2020: Minimierung des Einsatzes von cmr-Stoffen in Farben und Lacken

März 2018


Freiwilliger Verzicht auf CMR-Stoffe in Lacken, Farben und Druckfarben

Die Hersteller von Lacken und Farben in Deutschland haben sich verpflichtet, bis 2020 auf den Einsatz von Rohstoffen zu verzichten, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend in den Kategorien 1A und 1B gemäß CLP-Verordnung eingestuft sind (so genannte CMR-Stoffe), soweit das sinnvoll, technisch möglich und ökonomisch vertretbar ist. Dieses Branchenziel knüpft an eine erfolgreiche Brancheninitiative in der Vergangenheit an, die dazu geführt hat, dass die Menge der in der Branche eingesetzten CMR-Stoffe um mehr als 60% reduziert wurde. Für den Bereich der Druckfarben gilt seit 1995 die EuPIA-Ausschlusspolitik, wonach standardmäßig keine CMR-Stoffe eingesetzt werden dürfen.

REACH und CLP schränken den Einsatz von CMR-Stoffen bereits stark ein

Nach geltendem Recht ist der Einsatz von CMR-Stoffen bereits deutlich eingeschränkt, zum Teil sogar verboten. Beim erlaubten Einsatz sind die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sehr aufwändig und die Dokumentationspflichten sehr umfangreich. Die Substitution bedingt allerdings eine umfassende Umstellung der Rezepturen. Gleichwohl ist dieser Aufwand in den meisten Fällen durch die zusätzlich gewonnene Sicherheit gerechtfertigt. Allerdings lässt sich nicht in allen Fällen ein CMR-Stoff sinnvoll substituieren. In diesen Fällen sollten Hinweise zur sicheren Verwendung gegeben werden.

CEPEs freiwilliges Programm zu kritischen Substanzen

Der europäische Verband der Lack- und Druckfarbenindustrie CEPE hat im Oktober 2016 das „Paint Formula Stewardship“-Programm gestartet. Das Programm soll zum einen die sichere Verwendung von bestimmten Stoffen kommunizieren, zum anderen das Image der Lack- und Farbenindustrie in Europa durch die Substitution von als kritisch eingestuften Stoffen verbessern. Die Mitglieder von CEPE (und damit alle ordentlichen VdL-Mitglieder) können sich freiwillig dazu verpflichten, den Empfehlungen der CEPE-Substance Risk Assessment Group (SubRAG) zu folgen. Nationale Verbände wie der VdL werden über die Entscheidungen dieser Gruppe informieren und jährlich ihre Mitglieder zur Umsetzung befragen.

 

Das können Sie tun:

  • Beteiligen Sie sich an der jährlichen Umfrage des VdL
    Sie erhalten dadurch einen Überblick über die bei Ihnen und in der Branche eingesetzten
    CMR-Stoffe und können so frühzeitig auf Marktentwicklungen reagieren.
  • Informieren Sie sich über die Folgen und Pflichten des Einsatzes von CMR-Stoffen
    Sollten Sie CMR-Stoffe in ihren Rezepturen nutzen, die nicht sinnvoll substituiert werden
    können, stellen Sie sicher, dass Sie stets aktuell über die regulatorischen Anforderungen informiert werden. Achten Sie darauf, dass ihre Kunden Kenntnis über die sichere Verwendung dieser Stoffe haben. Nutzen Sie hierzu die aktuellen Verbandsinformationen.
  • Planen Sie die Substitution von CMR-Stoffen
    Das europäische Chemikalienrecht sieht die verpflichtende Substitution von CMR-Stoffen vor. Stellen Sie daher sicher, dass Ihnen rechtzeitig Ersatzstoffe zur Verfügung stehen. Nutzen Sie dazu auch die Kontakte zu Ihren Rohstoffherstellern.

 PDF-Download: OnePager Branchenziel cmr (März 2018)

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema im Verband:

Aline Rommert
Verband der deutschen
Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
Tel.: +49 (0) 69 2556 1705
Mail: rommert@vci.de