VdL-Richtlinie zum Lackierer-Eignungsnachweis

1. Vorwort
Diese Richtlinie wurde vom Technischen Arbeitskreis industrielle Fensterbeschichtung des Verbandes der deutschen Lackindustrie e.V. (VdL) in Zusammenarbeit mit dem ift Rosenheim, dem Verband der Fenster und Fassadenhersteller e.V. sowie der RAL Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. erarbeitet. Die Richtlinie dient dazu, den gemäß anerkannter Regeln der Technik notwendigen Kenntnisstand der Verarbeiter für die industrielle Holzfenster- und Außentürbeschichtung zu definieren, der in dem Seminar zu vermitteln ist. Mit dieser Richtlinie sollen also die konkreten Schulungsinhalte für Seminare zur Weiterbildung der mit der Beschichtung von Holzfenstern und Holzaußentüren befassten Mitarbeiter der Verarbeitungsbetriebe festgelegt werden. Es wird empfohlen, diese Richtlinie als Nachweis für die Mitarbeiterschulung insbesondere in der Qualitätssicherung von Fensterbaubetrieben zu nutzen, die nach RAL GZ 695 güteüberwachte Holzfenster bauen.

2. Geltungsbereich

Die Richtlinie dient der Vereinheitlichung von Schulungsinhalten zur Weiterbildung in Betrieben, die Holzfenster und –türen beschichten. Ein solches brancheneinheitliches Schulungsangebot wird als notwendig angesehen, um einen hohen Qualitätsstandard in den verarbeitenden Betrieben einhalten zu können.

Der Schulungsinhalt soll allen beteiligten Personen vermittelt werden, die Produkte zur industriellen Fenster- und Türenbeschichtung verarbeiten. Die erfolgreiche Seminarteilnahme wird durch ein herstellerneutrales Zertifikat bestätigt. Es wird empfohlen, das Seminar alle 3 Jahre zu wiederholen.

Ziel der Seminare ist es, das Qualitätsbewusstsein jedes Verarbeiters zu fördern. Reproduzierbare, einwandfreie Beschichtungen sind die Voraussetzung für eine lange Lebensdauer von Holzbauteilen. Dieses Bewusstsein soll durch die vorliegende Richtlinie gestärkt werden. Weiterhin soll ein Beitrag geleistet werden, Geräte- und Materialfehler schneller zu erkennen und zu beheben.

3. Inhalte des Lackierer-Eignungsnachweises
Im Rahmen einer insgesamt 8-stündigen Schulung müssen folgende Themengebiete  der Theorie und Praxis der industriellen Fensterbeschichtung behandelt werden:

Theorie:

  • Holzarten im Fensterbau gemäß VFF-Merkblatt HO.06
  • Holzbearbeitung vor der Oberflächenbeschichtung (Schleifen /Hobeln / Hydrohobeln
  • Chemischer Holzschutz – DIN 68 800 Teil 3
  • Konstruktiver Holzschutz – Fehler in der Oberflächen-Bearbeitung
  • Rosenheimer Tabelle richtig einsetzen
  • Klassifizierung von Beschichtungen für Holzfenster und –haustüren gemäß VFF Merkblatt HO.01
  • Verarbeitungsfehler vermeiden
  • Kontrolle und Einstellung von Verarbeitungsviskositäten
  • Verarbeitungshinweise für wässrige Beschichtungssysteme
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei der Verarbeitung
  • Trocknung (Luftwechsel)
  • Nass- und Trockenschichtdicken
  • Trockenzeiten (Staub-, Grifftrocken, Überarbeitbar)
  • Hilfsmittel richtig einsetzen
  • Umsetzung der RAL-Güterichtlinie GZ 695 im Lackierprozess


Praxis:

  • Grundieren und Vorbereiten des Fensters
  • Viskositätseinstellung einer Imprägnierung, Grundierung, Zwischenbeschichtung
  • Richtiges Tauchen und Fluten
  • Sauberkeit in der Verarbeitung und beim Materialeinsatz
  • Hygiene am Arbeitsplatz
  • Betriebsanweisungen nach GefStoffV §14
  • Richtiger Zwischenschliff
  • Manueller / maschineller Schliff
  • Hirnholzschutz
  • Gerätetechnik und Applikation der Produkte im Spritzverfahren
  • Handhabung der Pumpen und Spritzpistolen
  • Düsengrößen
  • Wartung und Pflege der Anlagentechnik
  • Farbwechsel

4. Durchführung des EignungsnachweisesDie Schulungsinhalte sollen in Form eines eintägigen Seminars, z. B. als „Oberflächenseminar für den Verarbeiter - Holzbeschichtung und Applikationstechnik“ vermittelt werden.Mit der administrativen Abwicklung ist das Deutsche Lackinstitut GmbH (DLI) beauftragt.Das Seminar kann ohne Genehmigung durch den VdL nur von den Mitgliedsfirmen der Fachabteilung Industrielle Fensterbeschichtung selbst bzw. in Kooperation mit den Mitgliedsfirmen durchgeführt werden. Jede Firma muss einen Verantwortlichen stellen.5. Nachweis / ZertifikatAls Nachweis wird bei erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat ausgestellt. Die Ausstellung der Zertifikate für die Schulungsteilnehmer obliegt dem VdL oder dem DLI oder einem dazu eigens vom VdL beauftragten Dritten. Das Zertifikat unterliegt dem Urheberrechtsschutz.6. Die Mitglieder der Fachabteilung Industrielle Fensterbeschichtungim VdL:ADLER-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co, Schwaz (Österreich)Akzo Nobel Deco GmbH Geschäftsbereich Holzbau Glasurit, WunstorfAkzo Nobel Deco GmbH Geschäftsbereich Holzbau Sikkens, WunstorfDyrup GmbH (GORI), MönchengladbachRemmers Baustofftechnik GmbH, LöningenRÜTGERS Organics GmbH, MannheimSigmaKalon Deutschland GmbH, BochumTeknos Deutschland GmbH, FuldaZOBEL Chemie GmbH, Worms Hier können Sie die PDF der Richtlinie herunterladen. 

Diese Richtlinie beschreibt das Registrierverfahren und die Registrierbedingungen für Bläueschutzmittel als Teil eines Beschichtungssystems, im folgenden Bläueschutzmittel  genannt.

Diese Richtlinie wurde vom Technischen Arbeitskreis Bautenanstrichstoffe (TKB)/Arbeitsgruppe 6 "Bläueschutz/Holzschutz" des Verbandes der deutschen Lackindustrie e.V. (VdL) erarbeitet.

Basis dieser VdL-Richtlinie ist die "Freiwillige Selbstverpflichtung zu Mitteln zum Schutz von Holz gegen holzzerstörende und/oder holzverfärbende Organismen" des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI), der Deutschen Bauchemie e.V. und des Verbandes der Lackindustrie e.V. (VdL) vom 10.Oktober 1997 mit dem Ziel einer weiteren Verbesserung des Verbraucher- und Umweltschutzes für Holzschutzmittel und Bläueschutzmittel.

Die Richtlinie dient insbesondere dazu, den Herstellern und Importeuren von Bläueschutzmitteln die für eine freiwillige Registrierung in Deutschland erforderlichen Maßnahmen aufzuzeigen.

Die Richtlinie konkretisiert die Freiwillige Selbstverpflichtung und ist als eine Ergänzung zu dieser anzusehen. Anforderungen, die bereits in der "Freiwilligen Selbstverpflichtung zu Mitteln zum Schutz von Holz gegen holzzerstörende und/oder holzverfärbende Organismen" festgelegt wurden, bleiben im vollen Umfang verbindlich.

Das Registrierverfahren ist mit den zuständigen Behörden abgestimmt und versteht sich als Modellversuch im Rahmen der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten.

Das Registrierverfahren steht allen Interessenten offen und ist nicht an eine Mitgliedschaft im Verband der deutschen Lackindustrie geknüpft. Eine breite Beteiligung ist erwünscht und liegt im Interesse sowohl der Anwender als auch der Anbieter/ Inverkehrbringer entsprechender Produkte.