Beilackierung in der Fahrzeugreparaturlackierung - Eine technische Begriffsklärung

Bei der Verwendung des Begriffs „Beilackieren“ treten in der Praxis immer wieder Unklarheiten auf. Dies wird unter anderem dadurch verursacht, dass sich bei der Entwicklung dieses Reparaturlackierverfahrens im Laufe der Zeit unterschiedliche Begriffe verbreitet haben, die umgangssprachlich unterschiedliche Verwendung finden. Grundsätzlich existieren zwei Lackierverfahren in der Reparaturlackierung:

1) Gleichmäßige Beschichtung
2) Beilackierung

Neben der „gleichmäßigen Beschichtung“, bei der die zu reparierende Fläche der Karosserie gleichmäßig und vollständig mit den entsprechenden Lackmaterialien beschichtet wird, existiert ein weiteres Verfahren, die so genannte „Beilackierung“. Dieses Verfahren ist darauf ausgerichtet, den Farbton und/oder die Effektausbildung mit den unbeschädigten Bereichen optisch anzupassen. Bei der Beilackierung unterscheidet man zwei Reparaturfälle:

1) Die „Beilackierung“ innerhalb eines Teils oder auch „Beilackierung in der Fläche“

2) Die „Beilackierung“ über mehrere Teile hinweg oder auch „Beilackierung in angrenzende(s) Teil(e)“

Eine spezielle Form der „Beilackierung“ innerhalb eines Teils ist die sogenannte „Spot-Lackierung“. Bei diesem Verfahren werden alle Arbeitsgänge auf einen möglichst kleinen Arbeitsbereich begrenzt und es sind anwendungstechnische Beschränkungen zu berücksichtigen.
Gebräuchlich ist auch der Begriff „Einlackieren“ als eine Beschreibung der Arbeitsweise des Lackierens eines Übergangs in eine nicht beschädigte Fläche hinein. Er kann auch als „hineinlackieren“ oder „auslaufend lackieren“ bezeichnet werden.
Dieser Begriff sollte nicht als Begriff für ein Lackierverfahren benutzt werden. Das Verfahren sollte ausschließlich als „Beilackierung“ („bei“ im Sinne von „angepasst“) verwendet werden.

Bei einer „gleichmäßigen Beschichtung“ wird die zu reparierende Fläche der Karosserie gleichmäßig und vollständig mit den entsprechenden Lackmaterialien beschichtet.

Die so genannte „Beilackierung“ besteht darin, dass der Basislack (Uni-, Metallic-, Effektfarbton) über die zu reparierende Stelle hinaus auslaufend appliziert wird. Dieses Verfahren kommt dann zur Anwendung, wenn die Schadstelle sowie der Farbton und/oder Effekt es nicht zulassen, dass die Übereinstimmung des Farbtons/der Effektausbildung mit dem Verfahren der „gleichmäßigen Beschichtung“ zu erreichen ist. Je nach Schadstelle, Farbton und/oder Effekt wird dabei der Basislack über die Reparaturfläche hinaus in die Fläche oder die angrenzenden Teile auslaufend lackiert. Nach der „Beilackierung“ des Basislackes erfolgt die Überlackierung mit Klarlack überwiegend über das gesamte Karosserieteil oder in Einzelfällen auslaufend innerhalb der Fläche.

Unterstützt wird diese Sichtweise unter anderem durch das „Merkblatt für Ausbesserungen von Uni- und Effektlackierungen“ der Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (unterstützt von ZKF, ZDK, VdL, GDV und AZT) sowie das Merkblatt der Interessengemeinschaft für Fahrzeuglackierung „Unterschiede zwischen Serien- und Reparaturlackierung - Gründe für Farbtondifferenzen und die Notwendigkeit der Beilackierung“ (unterstützt von BFL, BVSK, KTI, ZDK, ZKF und VdL), die ebenfalls ausschließlich von „Beilackierung“ sprechen.

Weitere Details dazu sind auch den Produkt- und Systemmerkblättern der Produkte der Lackhersteller zu entnehmen.