Beitrag der Druckfarbenindustrie zu Initiativen der Papier-, Papierverarbeitungs- und Lebensmittelindustrie zur Reduzierung von Mineralöl in Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe

Bei der Überwachung von Verpackungen und Lebensmitteln in Europa wurden Belastungen von verpackten Lebensmitteln mit Mineralölen festgestellt. Mineralöle sind weit verbreitet und gelangen auf unterschiedlichen Wegen, die noch erforscht werden, auch in Lebensmittel.

Als einer der Eintragswege wurde die Lebensmittelverpackung identifiziert. Mineralöle können zum Beispiel aus Papier, Karton und Pappe auf Recyclingbasis oder auch aus der Außenbedruckung von Verpackungen mit mineralölhaltigen Druckfarben auf die verpackten Lebensmittel übergehen.

Mehrere Institutionen einschließlich des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erwarten von der Lebensmittelverpackungskette, dass Maßnahmen ergriffen werden, um den Mineralöleintrag in Lebensmittel zu reduzieren. Darüber hinaus verfolgt das BMEL ein Verordnungsvorhaben, das zum Ziel hat, Mineralöl in Lebensmittelkontakt-materialien aus Papier und Karton auf Recyclingbasis zu beschränken.

Vor diesem Hintergrund haben die europäischen Wirtschaftsverbände der Papierindustrie (CEPI) und der Papierverarbeitung (CITPA) ihren Mitgliedern empfohlen, nur mineralölfreie Druckfarben zur Bedruckung von Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe einzusetzen. Zusätzlich hat der deutsche Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) der Lebensmittelwirtschaft die Verwendung von speziellen Druckfarben empfohlen:

  • Für Lebensmittelverpackungen: Migrationsoptimierte Druckfarbensysteme
  • Für alle anderen Verpackungen: Mineralölfreie Druckfarben


Damit Druckereien und Weiterverarbeiter den Verpflichtungen ihrer Industrieverbände nachkommen können, stellt der europäische Druckfarbenverband EuPIA die folgenden Optionen für Verpackungsdruckfarben vor:

Bogenoffsetdruck
Beide nachfolgend genannten Druckfarbensorten sind ohne Mineralöle1 rezeptiert und basieren üblicherweise auf pflanzlichen Ölen, Pflanzenölestern oder, wenn es sich um UV-härtende Bogenoffsetfarben handelt, auf synthetischen Reaktivverdünnern und Harzen

  • Migrationsarme Druckfarben für Lebensmittelverpackungen
    Diese Druckfarben werden gemäß Guter Herstellungspraxis (GMP) hergestellt und sind nicht nur im Hinblick auf den geringstmöglichen Gehalt an Mineralöl optimiert, sondern auch im Hinblick auf sämtliche nicht bewertete Stoffe mit Migrationspotential. Eine sorgfältige Rohstoffauswahl stellt sicher, dass die Gehalte von Spurenverunreinigungen weit unter denen von Standarddruckfarben liegen. Näheres siehe: EuPIA-Kundeninformation „Zur Verwendung von Bogenoffsetfarben und Lacken zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen“ (www.eupia.org, www.druckfarben-vdl.de).

  • Konventionelle Druckfarben, die ohne Mineralöl rezeptiert sind, für alle anderen Verpackungen
    Im Allgemeinen beträgt der über die Rohstoffe eingetragene Gehalt an Mineralölen weniger als 1%.

Flexodruck

  • Flexodruckfarben für die Bedruckung von Papier, Karton und Pappe sind üblicherweise wasserbasierend und damit frei von Mineralöl.
  • Für die Bedruckung von Lebensmittelverpackungen werden speziell rezeptierte Flexodruckfarben empfohlen.