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VdL-Wirtschaftspressekonferenz 2018

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Die Bilanz der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie für das Jahr 2017:

  • Durchwachsenes Jahr für Lacke und Farben, Segmente unterscheiden sich erheblich in der wirtschaftlichen Entwicklung 
  • Absatz sinkt um 1,4 Prozent, Umsatz steigt um 0,2 Prozent, Arbeitsmarkt bleibt unverändert, Erzeugerpreise 2017 um knapp 2 Prozent gestiegen.
  • Positive Prognose für 2018: 1 Prozent Wachstum, 3 Prozent Umsatzplus
  • Steigende Rohstoffkosten belasten die Ergebnisse, vor allem der Preis für Titandioxid gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung 


FRANKFURT, 19.02.2018. Hinter der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie liegt ein ausgesprochen durchwachsenes Geschäftsjahr. Ungeachtet der positiven wirtschaftlichen Rahmendaten erreichte das Jahr 2017 allenfalls durchschnittliche Ergebnisse. So reduzierte sich der Absatz von Lacken, Farben und Druckfarben insgesamt um 1,4 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen. Dennoch stieg der Umsatz mit 0,2 Prozent leicht an. Grund dafür ist, dass es den Unternehmen gelungen ist, die hohen Rohstoffkosten zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben. Die Beschäftigtenzahl blieb mit 25.000 Arbeitnehmern weitgehend stabil.

In der Bilanz 2017 zeigt sich die große Bandbreite der überwiegend mittelständisch geprägten Branche, in der die drei Hauptsegmente ökonomisch ganz unterschiedlich abgeschnitten haben:

Der Absatz von Industrielacken folgte der guten Marktlage der stark exportorientierten Branchen wie dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. Hier konnte ein Mengenzuwachs von immerhin rund 1 Prozent erzielt werden. Insgesamt wurden damit 569.000 Tonnen Industrielacke im Wert von 3 Milliarden Euro in Deutschland abgesetzt.

Die in der Menge dominierenden Bautenfarben konnten hingegen vorerst nicht von der guten Baukonjunktur in Deutschland profitieren. Neben den Dispersions-/Innenwandfarben ging die Nachfrage auch bei den Bautenlacken und Lasuren deutlich zurück – es wurde in der Menge insgesamt 1,5 Prozent weniger eingekauft. Der Umsatz stagnierte bei 1,7 Milliarden Euro.

Absatzrückgang auch bei den Druckfarben: Dort ging die Nachfrage im Publikationsbereich 2017 zurück. Besser schneiden die Verpackungsdruckfarben ab, insgesamt liegt aber der Rückgang bei den Druckfarben bei 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das sind in Deutschland 271.000 Tonnen bei einem Umsatz von 705 Millionen Euro.

Import und Export bleiben fast unverändert: Der Export verbucht ein leichtes Plus von 1,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, der Import wuchs um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarde Euro für Farben, Lacke und Druckfarben. Für 2018 rechnet die Industrie mit einem leichten Wachstum von jeweils rund 3 Prozent im Wert bzw. 1 Prozent in der Menge.

2018 – Es geht wieder aufwärts

Für das Jahr 2018 erwartet der VdL eine moderate Belebung der Absatz- und Mengenzahlen in allen drei Segmenten. Die gut laufende Konjunktur im industriellen Sektor wird andauern, hier sind Zuwächse von über 2 Prozent in Sicht. Auch bei den Bautenfarben wird eine leichte Belebung des Geschäfts erwartet – im Nachlauf der enorm gestiegenen Bautätigkeit sind 2018 mengenmäßig durchaus Zuwächse von einem Prozent denkbar. Allein bei den Druckfarben wird es wohl auch im kommenden Jahr bei der Nachfrage wieder ein leichtes Minus geben.

Steigende Rohstoffpreise gefährden Wachstum

Hemmschuh für die Konjunktur in der Lack- und Druckfarbenindustrie sind die Rohstoffpreise. So erreichten die Einkaufspreise bei Pigmenten im Herbst 2017 Höchststände, beim unverzichtbaren Weißpigment Titandioxid verschärfen Lieferengpässe die Situation zusätzlich. Lösemittel sind im Vergleichszeitraum Sommer 2016 um rund 15 Prozent teurer geworden. Der Preis für Titandioxid ist seit Sommer 2016 sogar um knapp 40 Prozent gestiegen, besonders dramatisch stellt sich die Situation für die Druckfarben dar: Aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit der geforderten Pigmentqualitäten verlangen die Rohstoffhersteller hier extreme Preise. Beim Pigment Zinkstaub stellt sich die Situation ähnlich dar, hier müssen die Produzenten von Lacken und Farben seit Herbst 2017 über 20 Prozent mehr als noch im Sommer 2016 zahlen.

Solche Preissteigerungen lassen sich nicht kompensieren. Die Kosten konnten die Unternehmen zumindest teilweise an die Kunden weitergeben und Preiserhöhungen durchsetzen. Eine Stabilisierung der Rohstoffpreise ist nicht in Sicht: Zu Beginn des neuen Jahres sind die Rohstoffpreise weiter gestiegen und die verfügbaren Mengen z.B. bei Titandioxid weiter verknappt worden. 

Titandioxid: Eine gefährliche bürokratische Posse

Noch gar nicht berücksichtigt ist dabei die Diskussion um eine Einstufung des Weißpigments Titandioxid im Rahmen des Gefahrstoffrechts. Eine politische und bürokratische Posse, die an den Nerven nicht nur der deutschen Farbenindustrie zehrt. Der Widerstand gegen den Einstufungsverfahren ist mittlerweile laut und europaweit zu vernehmen. Der für die Industrie unverzichtbare Rohstoff wird zu Unrecht stigmatisiert — ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage und vor eindeutig politischem Hintergrund. Bis zu 90 Prozent der auf dem Markt befindlichen Farben und Lacke wären betroffen, fast 2 Millionen Tonnen Farben und Lacke im Wert von knapp 6 Milliarden Euro.

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) vertritt rund 250 Lack- und Druckfarbenunternehmen mit rund 25.000 Beschäftigten gegenüber Politik, Behörden, Wissenschaft und Medien. Der Verband vertritt mehr als 90 Prozent der mittelständisch geprägten Branchenfirmen.


Pressekontakt:

Alexander Schneider
Leiter Kommunikation
Verband der deutschen
Lack- und Druckfarbenindustrie e. V.
Telefon: 069 2556-1707
E-Mail: presse@wirsindfarbe.de