Modernisierungswelle folgt auf Bauboom

Die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen hat die Baupreise im Herbst stark steigen lassen. Wirtschaftsforscher des DIW erwarten ein Ende des Neubaubooms. Es könnte eine Modernisierungswelle folgen.

Im November verteuerte sich der Neubau von Wohngebäuden um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das war der höchste Anstieg seit zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahresdurchschnitt 2017 lag die Zuwachsrate bei 3,0 Prozent.

Von den steigenden Preisen profitierte die Baubranche. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2017 errechnete das Statistische Bundesamt ein  Umsatzplus von 5,6 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Jahres 2016. 

Allerdings deutet auch vieles darauf hin, dass diese Entwicklung nicht unbegrenzt weitergeht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat jetzt eine neue Prognose veröffentlicht, nach der das Wachstum im Wohnungsneubau bald "stark an Dynamik verlieren und der Boom der vergangenen Jahre ein Ende“ findet. Grund: Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank lasse  bereits jetzt die Zinsen für Baukredite steigen. Auch die erheblich gestiegenen Bodenpreise bremsen laut DIW vor allem den Bau von Eigenheimen. 

In der Folge erwartet das Institut, dass sich in nächster Zeit die Bautätigkeit stärker auf Modernisierungsarbeiten verlagern werde - etwa auf die energetische Gebäudesanierung. Die Zuwachsraten bei Arbeiten an bestehenden Gebäuden werden der DIW-Prognose zufolge von 4,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 7,4 Prozent im Jahr 2019 steigen. 

“Die energetische Gebäudesanierung wird wieder an Bedeutung gewinnen, wovon die Wärmedämmung und auch der Absatz an Kunstharz-Putzen und Fassadenfarben  profitieren werden”, freut sich Christoph Maier, Abteilungsleiter Wirtschaft und Finanzen beim Verband der Deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie über die Entwicklung. “Auch im Innenbereich der Wohnungen wird die Renovierungstätigkeit wieder zunehmen.”

Insgesamt geht das DIW daher davon aus, dass die Baufirmen ihre Umsätze im Wohnungsbau in Deutschland bis 2019 auf 243,3 Milliarden Euro steigern werden - das wäre ein Drittel mehr als 2014. Daher kommen die Wirtschaftsforscher auch zum Ergebnis, dass die Baubranche die Konjunktur in Deutschland weiter anschieben werde. (as)

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