Die Branche in Zahlen: Durchwachsenes Ergebnis für 2017, Optimismus für 2018


2017 war ein durchwachsenes Jahr für die Lack- und Druckfarbenindustrie und sorgte für ganz unterschiedliche Ergebnisse in den verschiedenen Bereichen. Doch die Aussichten bessern sich für 2018.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich in jüngerer Zeit weiter aufgehellt. Die Prognosen der führenden Konjunkturinstitute für das Wirtschaftswachstum wurden nochmals nach oben korrigiert: So beträgt der geschätzte Zuwachs für die Jahre 2017 und 2018 bei den meisten Konjunkturexperten gut zwei Prozent. Die OECD liegt mit ihrer Prognose für 2018 sogar bei einem Plus von 2,3 Prozent. Positive Signale für die deutsche Wirtschaft kommen insbesondere aus dem verarbeitenden Gewerbe, das von der jüngsten Aufwärtsbewegung der Weltwirtschaft profitiert.

GLOBALE AUSSICHTEN SIND POSITIV

Auch die globale Entwicklung scheint sich zu beruhigen: In letzter Zeit haben sich einige Risiken für die Entwicklung der Weltkonjunktur reduziert. So hat sich die chinesische Wirtschaft zuletzt wieder deutlich stabilisiert, auch andere Schwellenländer sind in ruhigerem Fahrwasser. Insgesamt haben die protektionistischen Maßnahmen, die vor allem aus den Vereinigten Staaten befürchtet wurden, nicht zugenommen. So zeigen auch in Deutschland die Unternehmen wieder mehr Zuversicht und haben ihre Investitionen in jüngster Zeit deutlich aufgestockt. Auch der Konsum läuft weiterhin auf hohem Niveau, gestützt von einer hohen Beschäftigtenquote und niedrigen Arbeitslosigkeit (5,9 Prozent im November).
Die ökonomischen Daten stimmen also.

Dennoch: Für die Lack- und Druckfarbenindustrie lief das Jahr 2017 ungeachtet des positiven wirtschaftlichen Umfeldes in Deutschland durchwachsen. So reduzierte sich der Absatz von Lacken, Farben und Druckfarben insgesamt um 0,7 Prozent. Immerhin der Umsatz stieg dennoch mit 1,1 Prozent leicht an. Während sich der Bereich der industriellen Anwendungen recht gut behaupten konnte, hier wurde ein Mengenzuwachs von immerhin rund 1,2 Prozent erreicht, gab es bei den Bautenfarben ein Minus von knapp 2 Prozent. Noch größer ist der Rückgang bei den Druckfarben, dort ging die Nachfrage in Deutschland sogar um drei bis vier Prozent zurück.

Der Absatz von Industrielacken folgte der guten Marktlage der stark exportorientierten Branchen wie dem Automobilbau, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. In diesen Bereichen hat die deutsche Industrie nach wie vor sehr gute Produkte anzubieten, die sich mit der wieder ansteigenden Dynamik der Weltkonjunktur ungeachtet hoher Preise gut verkaufen lassen.

INDUSTRIELACKE FOLGEN BOOMENDEM MASCHINENBAU

Besonders gut lief die Nachfrage bei Industrielacken für den Maschinenbau, die Elektroindustrie sowie für Metallerzeugnisse. Hier stieg der Absatz um gut 3 Prozent. Stärkere Impulse gingen dabei vom Stahl- und Leichtmetallbau und von der Herstellung von Haushaltsgeräten, Fahrrädern und sonstigen Fahrzeugen und Metallwaren aus. Leider konnten die Bautenfarben nicht von der guten Baukonjunktur in Deutschland profitieren. Hier war unter anderem die anhaltende Zurückhaltung der Immobilienbesitzer bei der Wärmedämmung der Gebäude dafür verantwortlich, dass weniger renoviert wurde. In der Folge kommt es eben auch nicht zur Verarbeitung von Putzen und Fassadenfarben. Neben den Dispersions- / Innenwandfarben ging die Nachfrage auch bei den Bautenlacken und Lasuren deutlich zurück – es wurde in der Menge zwischen 3 und sogar bis zu 7 Prozent weniger eingekauft.Dass die Lage bei Bautenfarben so schwierig ist, liegt wohl an einem ganzen Bündel von Gründen. Das Deutsche Lackinstitut wird hierzu demnächst eine Untersuchung in Auftrag geben.

Schlechte Nachrichten gab es auch aus dem Bereich Druckfarben: Dort ging die Nachfrage nach Branchenprodukten im Publikationsbereich 2017 weiter deutlich zurück: besonders bei den Zeitungen, aber teilweise auch bei den Zeitschriften. Hingegen stieg der Absatz von Verpackungsdruckfarben leicht an, um rund ein Prozent – auch dank der erfreulichen Konjunktur des privaten Konsums. Insgesamt dürfte der Rückgang bei den Druckfarben aber bei rund 3,5 Prozent gelegen haben.

Was sich schon im Frühjahr angedeutet hatte, zog sich durch das ganze Jahr: 2017 war ein durchwachsenes, ein schwieriges Geschäftsjahr für die Farbenindustrie. Im kommenden Jahr sollte sich der Markt für unsere Branche moderat beleben. Die gut laufende Konjunktur unserer Abnehmerbranchen im industriellen Sektor wird andauern, hier erwarten wir Zuwächse von gut 2 Prozent. Bei den Bautenfarben wird es zu einer leichten Belebung des Geschäfts kommen – im Nachlauf der enorm gestiegenen Bautätigkeit werden jetzt auch wieder mehr Produkte für die farbliche Gestaltung der Gebäude und Wohnungen gebraucht. So sind mengenmäßig aus unserer Sicht durchaus Zuwächse von einem Prozent denkbar.

OPTIMISMUS FÜR DAS NEUE JAHR 2018

Bei den Druckfarben wird es wohl auch in 2018 bei der Nachfrage wieder ein leichtes Minus geben. Dem leichten Zuwachs bei den Verpackungsdruckfarben wird wieder ein Rückgang bei den Publikationsdruckfarben gegenüberstehen. Trotzdem: 2018 bietet gute Perspektiven, die Gesamtbranche kann über alle drei Sektoren mit einer besseren Konjunktur rechnen.


Pressemitteilung Marktlage 10-01-2018
Grafik zur Pressemitteilung Marktlage 10-01-2018